Geburtsverletzungen und ihre massiven Auswirkungen auf Beckenboden und Organe

Aktualisiert: 3. Jan.

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In den Geburtsvorbereitungskursen hören wir meistens von Dammrissen und Dammschnitten. Vielleicht auch noch von einem Schamlippenriss. „Alles ganz normal, heilt wieder“, heißt es. Allerdings sind Dammrisse teilweise schwerwiegend, wenn der Afterschließmuskel oder die Darmschleimhaut gerissen ist (mehr zu ALLEN Verletzungen jeweils in meines nächsten Beiträgen).

  • Dann gibt es noch die Scheideneinrisse und -abrisse (schwerwiegende Verletzung), durch Interventionen unter der Geburt, z.B. durch Einsatz der Saugglocke oder „Kristellern“ (wenn sich der Arzt mit dem Einsatz seines ganzen Körpergewichtes das Baby in Richtung Beckenausgang schiebt) kann sogar der wichtigste Beckenbodenmuskel m. levator ani (bestehend aus 3 Faserzügen: m. puboractalis, m.pubococcygeus, m.iliococcygeus) ganz oder teilweise von der Hinterseite des Schambeins abreißen (einseitige oder beidseitig)!

  • Allerdings sind auch bei „normalen“ Vaginalgeburten 15% aller Frauen betroffen. Solch ein Levator ani Trauma ist Ursache Nr. 1 einer Organsenkung, die die Frau oft sehr schnell spürt und sieht, denn Vagina und Beckenbodenmuskeln sind durch Schwangerschaft und Geburt sehr weich und überdehnt .

  • Der Prolaps – also der Vorfall von Blase, Darm und / oder Gebärmutter ist sichtbar in die Scheide hinuntergetreten. Symptome sind meistens: Fremdkörpergefühl in der Vagina, Instabilität, ein Gefühl, als ob etwas aus der Scheide herausfällt. Schmerzen, evtl. Harn-/Stuhlinkontinenz, Verstopfung.

⚠️Achtung! Eine zuverlässige und auf Jahre haltbare OP-Methode gibt es bisher nicht. Für die Frauen ist eine Katastrophe eingetreten, denn die Diagnose #Levatoravulsion beeinflusst und beeinträchtigt das Leben enorm. Das „normale“ Leben ist teilweise nicht mehr möglich. Auch die Bindung zum Baby kann emotional begründet beeinflusst sein. Das Baby kann nicht lange oder gar nicht getragen werden. Alltagssituationen, Kümmern um das Baby/die Kinder kann nicht mehr wie bisher nachgekommen werden. Sportliche Betätigungen müssen ausgeklammert werden (alles bis erste Therapiemaßnahmen eingeleitet werden - Welche? )

  • Die psychische Belastung ist hoch! Es stellen sich teilweise depressive Zustände ein, da der Leidensdruck sehr hoch ist!

  • Bei einigen Geburten sind auch Nervenschädigungen, z.B. durch Quetschung eingetreten. Diese können die Kontinenz beeinflussen, ständigen Harndrang auslösen, ganze Muskeln – im schlimmsten Fall den Afterschließmuskel lähmen.

Nahezu jede Frau erleidet tief im Inneren Mikrotraumen, also nicht diagnostizierte, kleinste Muskelverletzungen, die aber durch eine 2. oder 3. Geburt verstärkt werden können.

🔅Mehr zu allen Verletzungen 🔜

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